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Wir, Jürgen und Conny von der Morele, hatten uns für dieses Jahr ein besonderes Ziel gesetzt: Norwegen. In Oslo waren wir bereits 1999 mit unseren Zwillingstöchtern und hatten damals einen Teil des Oslofjords besegelt. Weiter westlich waren wir allerdings noch nie. Seekarten hatten wir bis Ålesund organisiert. Doch zunächst galt es, die südwestlichste Ecke Norwegens zu umrunden. Wie weit wir anschließend kommen würden, wollten wir einfach auf uns zukommen lassen.
Anfangs sah es allerdings nicht besonders gut aus. Doch schließlich klappte die erste Etappe, und wir erreichten die Gegend um Stavanger, die wir auf dem Rückweg ausführlicher erkunden wollen. Von dort ging es weiter nach Bergen. Die Stadt ist wunderschön, im Bereich des Hafens allerdings auch sehr lebhaft und laut. Einen Tag nutzten wir für einen Ausflug mit dem Bus zu den bekanntesten Wasserfällen der Umgebung. Leider spielte das Wetter nicht mit: Den größten Wasserfall der Region, den Steinsdalsfossen, erlebten wir nur im dichten Nebel – zu sehen gab es leider fast nichts.
C. Ahrens

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Als Nächstes wartete die größte Herausforderung: das berühmt-berüchtigte Vestkapp. Dafür brauchten wir ein passendes Wetterfenster. Nicht nur der Wind musste stimmen, sondern auch die Strömung, und die durchschnittliche Wellenhöhe sollte möglichst unter zwei Metern bleiben. Endlich passte alles zusammen. Mit nur einer halben Stunde Motor, alles gut festgezurrt und einer ordentlichen Portion Respekt vor der Kreuzsee umrundeten wir das Kap erfolgreich. Danach ging es so schnell wie möglich wieder in den Schutz der Fjorde.
Am 1. Juli erreichten wir schließlich unser heimliches Ziel: Ålesund. Nach 36 Tagen lagen 1.200 Seemeilen hinter uns. Am nächsten Tag unternahmen wir mit einer Schnellfähre einen Ausflug nach Geiranger. Inzwischen sind wir wieder auf eigenem Kiel im Hjørundfjord unterwegs, der uns fast noch besser gefällt als der berühmte Geirangerfjord. Vor allem die Vielzahl der Wasserfälle macht diesen Fjord zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.
Ein Wort zum Wetter: Uns war bewusst, dass es in Norwegen nicht hochsommerlich warm sein würde. Tatsächlich war es aber nicht so kalt wie im vergangenen Jahr auf unserem Törn nach Töre Hamn. Was uns allerdings begleitet, ist der Regen – fast täglich fällt Niederschlag. Auch das Segeln ist hier anders als in vielen anderen Revieren. Der Einfluss der Nordsee und der Norwegischen See ist selbst tief in den Fjorden noch deutlich spürbar. Über den Atlantik ziehen die Tiefdruckgebiete wie auf einer Autobahn heran. An den ersten Bergketten regnen sich die Wolken ab – deshalb gehört der Regen hier einfach dazu.
Nun heißt es erneut, auf ein günstiges Wetterfenster zu warten, um auf dem Rückweg das Vestkapp ein weiteres Mal sicher zu passieren.
Übrigens ist am Vestkapp ein außergewöhnliches Bauprojekt geplant: Ein Bootstunnel mit einer Länge von 1.800 Metern, einer Breite von 37 Metern und einer Höhe von 49 Metern soll künftig Schiffen bis zu 140 Metern Länge die Passage erleichtern. Bis zur Fertigstellung werden allerdings wohl noch mindestens fünf Jahre vergehen.
Unser Fazit bisher: Das Wetter ist alles andere als sommerlich, und besonders der viele Regen macht uns zu schaffen. Die überwältigende Natur mit ihren Fjorden, Wasserfällen und eindrucksvollen Landschaften entschädigt jedoch jeden Tag aufs Neue für die Mühen. Norwegen ist ein faszinierendes Segelrevier, das uns nachhaltig beeindrucken wird.

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